Schwangerschaftskalender

Erstfeststellung
Das Vorliegen einer Schwangerschaft lässt sich oft schon kurze Zeit nach Ausbleiben der Monatsregel durch einen Test zweifelsfrei feststellen.

6.SSW
Hier lässt sich die Herztätigkeit des ungeborenen Kindes im Ultraschall darstellen, oft schon Kindsbewegungen.
In dieser Zeit wird meist auch die erste Schwangerschaftsuntersuchung durchgeführt: Blutgruppen-, Antikörper-, Infektionssuntersuchungen (Röteln, Lues, HIV-wenn gewünscht, Toxoplasmose)

11.-13.SSW
In dieser Zeit kann ein sogenanntes Ersttrimesterscreening durchgeführt werden. Mit Hilfe von Blutuntersuchung und Ultraschall, bei der eine Schwellung der Unterhaut des kindlichen Nackens (Nackenoedem) gemessen wird, kann das individuelle statistische Risiko einer foetalen Erkrankung der Chromosomen (z.B. Mongoloismus) berechnet und in Relation zum Risiko der Altersgruppe gesetzt werden.

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Nackentransparenzmessung in der 12. Schwangerschaftswoche

Eine solche Untersuchung ist mit einer ausführlichen Aufklärung und Beratung verbunden.

14.-17.SSW
Sollte sich aus unterschiedlichen Gründen ein erhöhtes Risiko einer Chromosomenerkrankung des Föten herausstellen, so lässt sich in dieser Zeit durch eine Punktion der Fruchthöhle Fruchtwasser (Amniocentese) gewinnen. Die hier schwimmenden fötalen Zellen werden durch ein humangenetisches Institut untersuchen.
Selbstverständlich wird eine solche eingreifende Untersuchung mit einer genauen Aufklärung und Beratung verbunden, u.U. auch durch Hinzuziehen eines Facharztes für Humangenetik.

20.-22.SSW
In dieser Zeit sind die kindlichen Organe schon so weit ausgebildet, dass sie sich im Regelfall im Ultraschall gut darstellen lassen, so dass in dieser Zeit der nach Erkrankungen der kindlichen Organe oder anderer Fehlentwicklung gesucht werden kann. Liegt das Kind in „photogener“ Position kann in diesem Zeitraum auch ein 3D-Bild Ihres Kindes gemacht werden, wenn nicht ergibt sich sicher später noch einmal die Gelegenheit.

Ultraschalluntersuchungen während der Schwangerschaft dienen insbesondere auch dazu sich von der normalen Entwicklung des Kindes zu überzeugen, ggf. wird hierzu die Messung der Blutflüsse beim Kind und den Gebärmuttergefäßen (Dopplersonographie) hinzugezogen.

Ab 25.SSW
Langsam kommt die Zeit, in der Sie sich auf die kommende Geburt vorbereiten können. Geburtvorbereitungskurse und Akkupukturbehandlung durch unsere Hebamme Frau Füllekrug sollen Ihnen helfen sich physisch und psychisch auf die kommende Geburt vorzubereiten. Auch kann es sinnvoll sein einen „Wickelkurs“ zu besuchen, denn gerade beim ersten Kind beschleichen die jungen Eltern oft das Gefühl mindestens eine Hand zu wenig zu haben.

26. SSW
Ab der 26.SSW werden bei den Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen die kindlichen Herztöne und die Wehenbereitschaft der Gebärmutter (CTG) aufgezeichnet. Hieraus lassen sich Aussagen über das Wohlbefinden des Kindes sowieüber vorzeitige Wehen und damit auch über das Risiko einer Frühgeburt machen um ggf. dann entsprechende Maßnahmen einleiten.

28. SSW
In dieser Woche wird ein Blutzuckerbelastungstest angeboten um einen symptomlosen Schwangerschaftsdiabetes zu entdecken. Unentdeckt und unbehandelt kann ein Schwangerschaftsdiabetes nach der Geburt zu einer gefährlichen kindlichen Unterzuckerung führen.
Da diese Kinder oft überdurchschnittlich schwer sind kommt es hierbei häufiger zu Kaiserschnittgeburten. Sollte ein solcher Schwangerschaftsdiabetes gefunden werden, können durch eine konsequente Behandlung diese Probleme meist vermieden werden. Bei einem Schwangerschaftsdiabetes normalisiert sich der mütterliche Blutzuckerhaushalt nach der Geburt meist wieder binnen 48 Stunden.

Schwangere, deren Blut Rhesus negativ (ein Blutgruppenmerkmal) ist, benötigen in der 28.SSW eine Impfung um eine „Allergisierung“ der Schwangeren gegen kindliches Blut, welches in kleinen Spuren in den mütterlichen Kreislauf kommen kann, zu verhindern. Diese Impfung verhinert auf diese Weise, dass das mütterliche Immunsystem gegen das kindliche Blut aktiv wird und die kindlichen roten Blutkörperchen zustört.

36.SSW
Sie haben es bald geschafft! Das Kind wiegt bereits 2600-3000g und ist schon fast geburtsreif. Eine Blutuntersuchung soll eine unentdeckte infektiöse Gelbsucht (Hepatitis B) finden, damit das Kind unmittelbar nach der Geburt geimpft werden kann. Das Kind ist so vor mütterlicher Ansteckung geschützt.

37.-42.SSW
In dieser Zeit werden 95% aller Kinder geboren.
Nach der Geburt kann Ihnen unsere Hebamme mit Rat und Tat zu Seite stehen. Sie berät und unterstützt Sie in allen Belangen rund ums Baby, der Rückbildung, eventueller Geburtsverletzungen und Dammschnitte, des Stillens sowie des Wochenflusses.
Ihr Kinderarzt führt die erforderlichen Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen durch.

Ungefähr 4 -6 Wochen nach der Geburt sollten Sie die frauenärztliche Praxis wieder aufsuchen. Die Gebärmutter hat sich dann meist wieder vollständig zurückgebildet, der Wochenfluß aufgehört. Fragen des Stillens und der Verhütung sollen hierbei ausführlich besprochen werden können.